Cura Aquarum in ...

Geschichte und Zukunft einer wasserhistorischen Kongress-Serie

Die Wiege der in den letzten Jahren unter dem Namen “Cura Aquarum in ...” auch international sehr bekannt gewordenen Kongress-Serie zur Geschichte des Wasserbaus stand im Leichtweiß-Institut der Technischen Universität Braunschweig. Sein damaliger Direktor, Prof. Dr.-Ing. Günther Garbrecht und dessen Assistent Dr.-Ing. Henning Fahlbusch hatten 1974 Waldemar Haberey vom Landesmuseum Bonn zu einem Vortrag über die römische Eifel-Wasserleitung ins Institut geladen. Als man nach diesem Vortrag noch im Gespräch zusammensaß, entstand die Idee, zusammen mit dem “Studienkreis für die Geschichte des Wasserbaus”, aus dem viele Jahre später die Deutsche Wasserhistorische Gesellschaft hervorgehen sollte, für das folgende Jahr zu einem “Symposium zur Geschichte des Wasserbaus” nach Koblenz einzuladen. Dort wurden 1975 an einem Samstagnachmittag vier Vorträge gehalten, am folgenden Sonntag fand dann eine Exkursion statt.

Die Idee, allen an wasserhistorischen Fragen Interessierten in regelmäßig stattfindenden Konferenzen eine Plattform für weiteren Gedanken- und Wissensaustausch zu bieten, stieß auf so große Zustimmung, dass die Initiatoren das nächste Symposium 1977 schon im Ausland, nämlich in Lyon in Südfrankreich, zu organisieren wagten. Sie wurden dabei vom Goethe-Institut und mehreren örtlichen Trägern unterstützt.

1979 fand das dritte Symposium in Istanbul in der Türkei statt, die Exkursionen führten u. a. nach Aspendos, Side und Perge.

Wiederum zwei Jahre später, 1981, fand das vierte Symposium in Athen statt, 1983 das fünfte in Jerusalem, 1985 das sechste in Cairo, hier das letzte Mal unter der Leitung von Prof. Garbrecht und unter organisatorischer Unterstützung durch das Leichtweiß-Institut.

Die nächsten beiden Symposien organisierte Prof. Dr.-Ing. Henning Fahlbusch, inzwischen an die FH Lübeck gewechselt, 1988 das siebte in Rom und 1981 das achte in Merida (Spanien). Die Vortrags- und Exkursionsprogramme waren im Lauf der Zeit ebenso wie die Zahl der Teilnehmer so angestiegen, dass auch Prof. Fahlbusch diese Arbeit nicht mehr “so nebenbei” erledigen konnte.

Erfreulicherweise sprang in dieser Phase das Archäologische Institut der Kath. Universität Nimwegen unter Leitung von Prof. Dr. Jos de Waele in die Bresche. Seine damaligen vier Mitarbeiterinnen, Dr. Nathalie de Haan, Dr. Gemma Jansen, Dr. Gerda de Kleijn und Susanna Piras - die “Nimwegener Wassernymphen” - organisierten und leiteten die beiden folgenden Kongresse, 1994 den neunten in Pompeji und 1998 den zehnten in Syracus (Sizilien). Ihnen ist es zu verdanken, dass archäologische Gesichtspunkte neben den bisher dominierenden ingenieurwissenschaftlichen Schwerpunkten stärkeres Gewicht bekamen. Prof. De Waele gab den bisher “namenlosen” Symposien das künftige Markenzeichen in (wie es sich für eine Kongress-Serie gehört, die sich schwerpunktmäßig mit Wasserbaufragen der Antike rund um den Mittelmeerraum befasst) lateinischer Sprache: “Cura Aquarum in Campania” und “Cura Aquarum in Sicilia”. Der zweisprachige Untertitel (“International Conference on the History of Water Management and Hydraulic Engineering in the Mediterranean Region / Internationales Symposium zur Geschichte der Wasserwirtschaft und des Wasserbaus im Mediterranen Raum”) war ein Zeichen dafür, dass die Veranstaltungen sich noch stärker als schon bisher auf einen internationalen Teilnehmerkreis ausrichteten.

2001 organisierten unsere israelischen Freunde Dr. Tsvika Tsuk, Yehuda Peleg, Dr. Yosef Porath und Dr. Ze’ev Meshel den elften Kongress in Jerusalem, 2004 Dipl.-Ing. Gilbert Wiplinger vom Österreichischen Archäologischen Institut unter Mithilfe der DWhG den vorletzten Kongress in Ephesus (Türkei) [Bericht hier], 2007 Ueli Bellwald, Archäologe, Architekt und Restaurator in Petra / Amman, unter Mithilfe von Dr. Jutta Häser vom Deutschen Evangelischen Institut für Altertumskunde des Heiligen Landes, Forschungsstelle des Deutschen Archäologischen Instituts in Amman, Dr. Fawwaz Al-Khraysheh, The Hashemite Kingdom of Jordan, Ministry of Tourism and Antiquities, Department of Antiquities in Amman und der DWhG den vorerst letzten Kongress in Petra (Jordanien) [Bericht hier],

Die wissenschaftlichen Beiträge der ersten 8 Kongresse wurden in den “Mitteilungen aus dem Leichtweiß-Institut” der TU Braunschweig publiziert, die leider seit langem vollständig vergriffen sind.

“Cura Aquarum in Campania” erschien 1996 als Supplement 5-1996 von BABesch, Bulletin Antieke Beschaving, Annual Papers on Classical Archaeology, ISBN 90-6831-844-6 bei Peeters Publisher, Bondgenotenlaan 153, B - 3000 Leuven (Belgien).

“Cura Aquarum in Sicilia” erschien 2000 als Supplement 6-2000 von BABesch, Bulletin Antieke Beschaving, Annual Papers on Classical Archaeology, ISBN 90-429-0915-3, ebenfalls bei Peeters Publisher, Adresse wie oben.

“Cura Aquarum in Israel” erschien 2002 als Band 1 der Schriften der DWhG, Siegburg, ISBN 3-8311-4562-8.

“Cura Aquarum in Ephesus” erschien 2006 als zweibändiges Supplement 12-2006 von BABesch, Bulletin Antieke Beschaving, Annual Papers on Classical Archaeology, ISBN 1090-429-1829-2, ebenfalls bei Peeters Publisher, Adresse wie oben.

“Cura Aquarum in Jordania” wird als Band 12 der Schriften der DWhG, Siegburg, erscheinen Der Band ist in Vorbereitung.

Das Erfolgsgeheimnis der bisherigen 13 Kongresse liegt - neben allen wissenschaftlichen und fachlichen Aspekten - vor allem in der ungewöhnlich guten Atmosphäre, in der diese Veranstaltungen stattgefunden haben. Diese ist geprägt von in sehr vielen Fällen jahrzehntelang gepflegten Freundschaften und Bekanntschaften, die es erlauben, in großer Offenheit und gegenseitigem Respekt zu diskutieren und - auch kontrovers - Gedanken auszutauschen.

Um diese Eigenart und den einzigartigen Charakter der Kongress-Serie auch in Zukunft bewahren zu helfen, hat der Vorstand der Deutschen Wasserhistorischen Gesellschaft den Namen “Cura Aquarum in ...” am 11.3.2004 mit einer Schutzdauer von 10 Jahren in das Register des Deutschen Patent- und Markenamtes eintragen lassen.

Damit ist die DWhG auch förmlich zu den Anfängen und Quellen der Kongress-Serie zurückgekehrt und stellt sich der Verantwortung für ihre Fortsetzung in der Zukunft. Dies wird, wie bisher, nur in Zusammenarbeit mit örtlichen Organisationen und engagierten Freunden gehen, aber wir sind sehr zuversichtlich, dass diese auch in Zukunft gefunden werden und die Veranstaltungen in bewährter Weise fortgeführt werden können.

“Cura Aquarum in ..... - Die 14. Internationales Symposium zur Geschichte der Wasserwirtschaft und des Wasserbaus” 
fand vom 23. - 30. September 2009 in Toledo und Córdoba statt, siehe Seite “Toletum 2009”.

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