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Im zweiten, vom stellvertretenden DWhG-Vorsitzenden Prof. Dr.-Ing. Henning Fahlbusch moderierten Vortragsblock referierte Prof. Dr.-Ing. Mathias Döring über die Energieerzeugung sowie die Schifffahrt auf der ‚Tiefen Wasserstrecke’, 350 m unter Tage, für den Erztransport zum Förderschacht. Bis zu 12 m große Wasserräder, Wassersäulenmaschinen mit bis zu 59 bar Arbeitsdruck und Kraftwerke mit Fallhöhen von bis zu 365 m lieferten die Antriebsenergie für den Bergbau.
Dr. Klaus Stedingk, Geologisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Halle/Saale, vermittelte einen Einblick in „Geologie, Lagerstätten und Bergbau des Oberharzes“. Stedingk, Betriebsgeologe des 1992 geschlossenen letzten Oberharzer Bergwerks in Bad Grund, schilderte aus erster Hand die Schwierigkeiten des komplexen Harzbergbaus, die letztlich zur Schließung der Gruben geführt hatten.
Forstdirektor Karsten Peiffer, Leiter des Forstamts Clausthal, schilderte unter dem Titel „Ohne Wald kein Bergbau – 500 Jahre Forstwirtschaft im Oberharz“ die Bedeutung des Waldes für den Bergbau im Harz und die wechselvolle Entwicklung der Holznutzung und –bewirtschaftung. So den Siegeszug der Fichte, die Einflüsse von Klima und Naturereignissen wie Orkanen oder Baumschädlingen, die Reparationsleistungen nach dem 2. Weltkrieg, Walderneuerungsprogramme und schließlich den langfristigen ökologischen Umbau der Bestände.
Der dritte Vortragsblock nach der Mittagspause unter der Moderation von DWhG-Vorstandsmitglied Dr. Norman Pohl beschäftigte sich mit „Mensch, Kultur und Landschaft“. Studiendirektor Gundermann, Vorsitzender des Oberharzer Geschichts- und Museumsvereins, schilderte die schwierige Lebenssituation der Oberharzer Bergleute vom 16. bis 19. Jh., ihre Privilegien, Einschränkungen und sozialen Verhältnisse.
Der Vortrag von Ulrich Reiff M.A., wissenschaftlicher Mitarbeiter am Oberharzer Bergwerksmuseum in Clausthal, dem ältesten Technikmuseum Deutschlands, war der Kultur- und Museumslandschaft Harz sowie den Ausbau- und Erweiterungsplänen des Museums im Zusammenhang mit der Ernennung der OHWW zum Welterbe gewidmet.
Dipl.-Wirtsch.-Ing. Marco Schmidt vom Energie-Forschungszentrum Niedersachsen in Goslar berichtete über Untersuchungen über die Speicherung von Windenergie durch unterirdische Pumpspeicherkraftwerke im Altbergbau.
Prof. Dr. Helmuth Albrecht, Initiator des länderübergreifenden Welterbeprojekts ‚Sächsisches und Tschechisches Erzgebirge’, berichtete über die bereits seit 10 Jahren in seinem Institut für Industriearchäologie, Wissenschafts- und Technikgeschichte an der TU Bergakademie Freiberg laufenden Vorbereitungen. Für 2013 ist der von beiden Ländern unterstützte Antrag geplant. Der Freistaat Sachsen hatte die Region bereits 1998 auf die Tentativliste (Warteliste) der UNESCO setzen lassen. Die seit den Silbererzfunden des 12. Jhs. von Bergbau und Hüttenwesen geprägte Landschaft weist zahlreiche Montandenkmale wie Bergwerke, Hochöfen und Stollen auf. Dazu kommen Wasserräder, Turbinen, Dampfmaschinen, Grubenbahnen, historische Bau-, Industrie- und Naturdenkmale und ein Umfeld, das auch Kunst, Musik und Literatur beeinflusst hat.
Der letzte Vortrag von Dipl.-Ing. Ulrich Haag befasste sich mit der bergmännischen Wasserwirtschaft und dem Bergbaumuseum Pribram in der Tschechischen Republik.
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